Was sind Optionen


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Was sind Optio­nen, wie wer­den sie gehan­delt und welche Voraus­set­zun­gen wer­den benötigt?

Der Begriff Aktie löst bei den meis­ten Men­schen wohl kaum einen fra­gen­den Blick aus, ist dieses The­ma bei den meis­ten doch schon mehr oder weniger bekan­nt. Zumin­d­est hat schon jed­er mal von uns den Begriff Aktie gehört.
Ganz anders ver­hält es sich mit den Optio­nen. Denn im Gegen­satz zu den Amerikan­ern, denen dieses Pro­dukt weit geläu­figer ist, sind Optio­nen in Europa bei den Pri­vatleuten so gut wie unbekan­nt. Die meis­ten Men­schen hierzu­lande ver­wech­seln die Optio­nen sog­ar mit den Option­ss­cheinen, wobei es sich um unter­schiedliche Pro­duk­te han­delt.  Ich hoffe daher, das Pro­dukt “Option” mit Hil­fe dieser Infor­ma­tion­splat­tform ein Stückchen bekan­nter zu machen.
Denn Optio­nen eignen sich her­vor­ra­gend dazu, ein Nebeneinkom­men zu erzie­len oder wenn jemand das nötige Klein­geld und die nötige Erfahrung hat, den Option­shan­del auch zur Hauptein­nah­me­quelle zu machen. Noch ein Hin­weis an dieser Stelle: wenn ich von Optio­nen rede, dann meine ich die echt­en Optio­nen und keine binären Optio­nen. Doch alles der Rei­he nach…


1) Was sind Optionen?

Ich kön­nte an dieser Stelle die Stan­dard­de­f­i­n­i­tion herun­ter­leiern, die sich zahlre­ich im Inter­net find­et und wäre mit meinem Text schnell fer­tig. Doch damit hätte ich für Sie keinen Mehrw­ert erzielt. Denn mein Ziel mit Han­del­szeit ist es, nicht nur Infor­ma­tio­nen zu liefern, son­dern die The­matik möglichst ein­fach und anhand von Beispie­len aus dem All­t­ag zu erklären.

Um das The­ma möglichst ver­ständlich zu machen, möchte ich mit einem Beispiel aus dem All­t­ag begin­nen, welch­es ich anschließend auf die Welt der Optio­nen über­tra­gen werde. Die Rede ist vom Auto­mo­bil. Die meis­ten von uns besitzen ein Auto und wenn nicht, dann gehe ich davon aus, dass die meis­ten von Ihnen schon mal ein Auto besessen haben.
Was ist zwin­gend notwendig, wenn man hierzu­lande legal ein Auto auf der Straße bewe­gen darf, abge­se­hen vom Führerschein? Richtig: die KfZ-Ver­sicherung. Wie funk­tion­iert es nun mit dem Auto­mo­bil und der Versicherung?

Wenn Sie Ihr Fahrzeug ver­sich­ern, dann über­weisen Sie an die Ver­sicherungs­ge­sellschaft die Ver­sicherung­sprämie und zwar im Voraus. Ein­fach­heit­shal­ber gehe ich davon aus, dass die Ver­sicherung­sprämie immer jährlich zu zahlen ist. Was tut die Ver­sicherungs­ge­sellschaft, welche die Prämie von Ihnen kassiert? Im ersten Moment nichts. Sie verpflichtet sich lediglich, im Falle eines Schadens (in der Regel eines Unfalls) den Schaden zu begle­ichen. Die Verpflich­tung, dies zu tun, beste­ht so lange, wie die Laufzeit der Ver­sicherung gültigt ist, näm­lich ein Jahr. Wenn Sie im Laufe des Jahres keinen Unfall gebaut haben, dann behält die Ver­sicherungs­ge­sellschaft die Prämie, welche Sie gezahlt haben und freut sich, um ein paar Hun­dert Euro reich­er gewor­den zu sein.

Wenn Sie aber ent­ge­gen aller Vor­sichts­maß­nah­men einen Unfall gebaut haben? Nun, dann muss die Ver­sicherung in der Regel ein­sprin­gen und den Schaden bezahlen. Das ist natür­lich alles vere­in­facht dargestellt und wir alle wis­sen, dass die Dinge sich auch ganz anders und kom­pliz­ert­er gestal­tet kön­nen, je nach Sit­u­a­tion und Versicherungsleistung.

Doch im Grunde ist die Idee der Autover­sicherung sim­pel: Sie zahlen, die Ver­sicherungs­ge­sellschaft kassiert. Wenn Sie ein Jahr lang unfall­frei fahren, freut sich Ihre Ver­sicherung des Geldes. Entste­ht im Laufe des Jahres ein Schaden, MUSS die Ver­sicherung zahlen. So weit so gut.

Nun kom­men wir zu den Optio­nen. Hier ver­hält es sich fast genauso!

Dazu wird Ihr Auto in ein Pro­dukt an der Börse ver­wan­delt: zu ein­er Aktie, zu einem Future oder zu einem ETF. An der Börse gibt es für diese Pro­duk­te einen Ober­be­griff, der sich “Basiswert” nennt.

Sagen wir, Ihr Auto ist nun eine Aktie, die Sie erst kür­zlich zu…sagen wir zu 100,- EUR pro Stück gekauft haben. Welche Szenar­ien sind nun möglich? Zum einen kann der Kurs Ihrer Aktie steigen und Sie ver­di­enen Geld. Zum anderen kann mit dem Kurs über­haupt nichts geschehen und Sie ver­di­enen nichts, ver­lieren aber auch nicht.
Was ist aber, wenn der Kurs fällt und fällt und fällt? In diesem Fall entstünde Ihnen ein finanzieller Schaden (pauschal aus­ge­drückt), wom­it wir wieder einen Bezug zu unserem Beispiel mit dem Auto haben.
Ihr Auto namens Aktie hat einen Schaden in Form eines Kur­sein­bruchs erlit­ten. Der Kurs ste­ht mit­tler­weile, sagen wir bei 20,- EUR, das meiste investierte Geld ist weg und es gibt auch keine Aus­sicht, dass der Kurs je wieder steigen würde. Denn das Unternehmen, von dem Sie die Aktie gekauft haben, hat Insol­venz angemeldet und eine Besserung ist nicht in Sicht. Wenn es da nur eine Möglichkeit ein­er Asicherung gäbe, um sich gegen solche Kursrutsche zu schützen…

Die gibt es, in Form ein­er Option und hier ist endlich die Antwort auf die Frage “Was sind Optio­nen”, in einem Satz ausgedrückt:

Optio­nen sind “Ver­sicherun­gen” mit ein­er begren­zten Laufzeit, welche an der Options­börse abgeschlossen wer­den, um sich gegen uner­wün­schte Kurs­be­we­gun­gen zu schützen.

Wobei eine uner­wün­schte Kurs­be­we­gung nicht nur einen Kursrutsch, son­dern auch einen Kur­sanstieg darstellen kann. “Wie das?”, wer­den Sie sich ver­mut­lich fra­gen. Sind Kur­sanstiege denn nicht immer gut? Nun, es ist immer eine Sache des Betrachters.

Angenom­men, Sie haben eine Aktie im Blick, die derzeit bei 15,- EUR ste­ht und die Sie gerne kaufen möcht­en, haben aber erst im näch­sten Monat das Geld dafür.
Was ist nun, wenn der näch­ste Monat vor der Tür ste­ht, sie aber fest­stellen, dass Ihre Aktie plöt­zlich um 100% zugelegt hat und für Sie somit unin­ter­es­sant gewor­den ist, wobei Sie die Aktie wirk­lich, wirk­lich gerne gekauft hät­ten? In diesem Fall kann man lei­der nur sagen: Pecht gehabt.

Wie Sie sehen, kann auch ein Kur­sanstieg unter bes­timmten Bedin­gun­gen als ein neg­a­tives Ereig­nis ange­se­hen wer­den. Noch deut­lich­er wird es bei den Rohstof­fen, wenn zum Beispiel der Rohöl-Preis plöt­zlich einen Satz nach oben macht, weil irgend­wo eine Bohrin­sel in die Luft geflo­gen ist, mal wieder…

2) Wie wer­den Optio­nen gehandelt?

Wie soll man sich so einen Option­shan­del nun vorstellen? Ist es so, dass man hier wie ein Ver­sicherungsvertreter hun­derte Anrufe täti­gen muss, um ein paar Ver­sicherun­gen zu vertick­en? Glück­licher­weise lautet hier die Antwort: Nein.

Der Option­shan­del ver­läuft voll elek­tro­n­isch am Com­put­er und kann von einem beliebi­gen Ort der Welt durchge­führt wer­den, voraus­ge­set­zt, man besitzt einen Inter­net­zu­gang und erfüllt bes­timmte Voraus­set­zun­gen, die ich im näch­sten Abschnitt erläutern werde. Ja es ist sog­ar so, dass Sie beim Option­shan­del nicht die ger­ing­ste Ahnung haben, wer Ihr “Geschäftspart­ner” ist.

3) Voraus­set­zun­gen für den Option­shan­del und was Sie noch wis­sen sollten:

Erfahrung an der Börse

Das Essen­tielle kommt zuerst. Was meine ich mit Erfahrung? Nun, bevor Sie sich an solch ein Pro­dukt wie Optio­nen her­an­wa­gen, soll­ten Sie min­destens 1 Jahr mit Aktien gehan­delt haben, am besten jedoch 2 bis 3 Jahre. Der eine oder andere kön­nte nun sicher­lich ent­täuscht sein, doch ich rede aus Erfahrung. So banal das The­ma Optio­nen sich anhört, bedarf es den­noch gewiss­er Vorken­nt­nisse. In diversen Artikeln werde ich das The­ma näher beschreiben.

Inter­net­zu­gang

Der Han­del mit Optio­nen erfol­gt an der Börse elek­tro­n­isch und zum Teil auch auf dem Par­kett. Doch für Sie Zuhause ist es irrel­e­vant. Denn die Orderüber­mit­tlung erfol­gt am Com­put­er über das Internet.

Bro­ker

Der Han­del erfol­gt zwar über das Inter­net, doch Sie benöti­gen ein Kon­to bei einem Bro­ker. Der Bro­ker dient als Ver­mit­tler von Aufträ­gen und kassiert bei jedem Trade eine Ver­mit­tlung­spro­vi­sion, die sich in der Regel  in Gren­zen hält.

Trad­ing­soft­ware

Die Orderüber­mit­tlung erfol­gt über eine spezielle Trad­ing­soft­ware. In der Regel stellt Ihr Bro­ker die Soft­ware kosten­los zur Ver­fü­gung, zumin­d­est die Basisver­sion. Doch bere­its die Basisver­sion kann für einen erfol­gre­ichen Start aus­re­ichen. Es gibt natür­lich auch noch die Pre­mi­umver­sion und auch kostenpflichtige Han­del­san­wen­dun­gen ander­er Anbi­eter, die sich für jemand, der sich mit dem The­ma Option­shan­del ern­sthaft auseinan­der­set­zt, mit der Zeit sehr wohl in Frage kom­men kann.

Geld

Ohne einen entsprechen­den­den Geld­be­trag auf dem Kon­to, welch­es Sie beim Bro­ker eröffnet haben, macht der Option­shan­del lei­der nur wenig Sinn. Das Geld, welch­es Sie ein­zahlen, dient in der Regel dazu, um als Mar­gin zu fungieren. Die Mar­gin ist eine Art Kau­tion, der bei jedem Trade für die Dauer des Trades hin­ter­legt wer­den muss. Da die Mar­gin­be­träge mitunter 2500,- bis 5000,- Dol­lar betra­gen kön­nen, soll­ten Sie min­destens 5000,- Dol­lar auf Ihr Kon­to ein­zahlen und das ist wirk­lich der Min­dest­be­trag. Alles, was darunter liegt, erlaubt in der Regel keinen vernün­fti­gen Han­del. Im Ide­al­fall haben Sie jedoch 25.000,- Dol­lar oder mehr zur Verfügung.

Daten­abon­nement

Die Echtzeitkurse sind an der Börse in der Regel kostenpflichtig. Auch wenn die Gebühr für pri­vate Trad­er nicht beson­ders hoch ist, erwähne ich dies voll­ständigkeit­shal­ber. Der Betrag vari­iert von 1,- Dol­lar bis zu ca. 125,- Dol­lar pro Monat, abhängig davon, für welchen Basiswert man die Echtzeitkurse sehen möchte. Das Daten­abon­nement lässt sich ganz ein­fach über Ihr Kon­to beim Bro­ker aktivieren, in der Regel im Bere­ich “Kon­tover­wal­tung”.

Eine gesunde Por­tion an Realismus

Sie besitzen Vorken­nt­nisse aus dem Aktien­han­del, haben ein Kon­to beim Bro­ker Ihrer Wahl eröffnet und vorzugsweise 25.000,- Dol­lar eingezahlt und sind nun bere­it, zum Mas­ter of the Uni­verse zu wer­den. Freudig reiben Sie sich die Hände, denn nun wird die Kohle nur so here­in­fließen, richtig?
Lei­der muss ich Sie, geneigte Leser, ent­täuschen und auf den Boden der Tat­sachen zurück holen. Der Option­shan­del ist ein Handw­erk wie jedes andere auch, und diese irrsin­ni­gen Ver­sprechun­gen gewiss­er Per­so­n­en sind lei­der nur Bauern­fän­gerei. Ver­ste­hen Sie mich nicht falsch, Sie kön­nen mit dem Option­shan­del, genau­so wie mit dem Aktien­han­del, sehr wohl über Nacht zum Mil­lionär wer­den. Doch die Chan­cen hierzu ste­hen genau­so gut wie beim Lot­tospiel und der Hoff­nung, die 6 richti­gen Zahlen zu tippen.
Die Real­ität sieht ganz anders aus und Sie soll­ten sich von Anfang an klar machen, dass Sie anfangs mit dem Option­shan­del “nur” ein schönes Nebeneinkom­men erzie­len kön­nen. Wie hoch das Nebeneinkom­men sein kann, liegt ganz allein von Ihrem Kön­nen, Ihrer Erfahrung und auch von der Größe Ihres Kon­tos ab. Es kann 100,- EUR im Monat betra­gen, 1.000,- EUR oder gar 10.000,- EUR.

Geduld

Der Han­del mit den Optio­nen ist nicht über Nacht erlernt und wenn Sie sich mit diesem The­ma ersthaft beschäfti­gen möcht­en, soll­ten Sie 3 bis 5 Jahre ein­pla­nen, bis Sie soweit sind, dass Sie von sich behaupten kön­nen, ein erfahren­er Option­shändler zu sein. Der Umgang mit der Han­delssoft­ware ist in der Regel inner­halb von 2 Wochen schnell gel­ernt und die Platzierun­gen der Order an der Börse ebenfalls.
Worauf es jedoch ankommt, ist ein Gefühl für die Kurs­be­we­gun­gen zu entwick­eln, ein eigenes Han­delssys­tem zu entwick­eln und vor allem die Fähigkeit zu entwick­eln, die Gefüh­le und Emo­tio­nen abzuschal­ten. Denn Emo­tio­nen sind an der Börse das reine Gift und haben schon sehr oft dazu geführt, dass zahlre­iche Kon­ten inner­halb von Tagen an die Wand gefahren wur­den. D.h. ist es auch notwendig, sich mit der Trad­ing­psy­cholo­gie zu beschäftigen.


Was Sie son­st noch wis­sen sollten

Han­del­sort

Der Han­del­sort für Optio­nen liegt… wer hätte es gedacht, in den USA. D.h. auch wenn Sie sich in Deutsch­land, Öster­re­ich, in der Schweiz oder son­st wo befind­en und die Orders platzieren – alles läuft an der Options­börse in Chica­go zusam­men. Der Name dieser Options­börse lautet “Chica­go Board Options Exchange”, kurz CBOE.

Han­del­swährung

Aus diesem Grund ist auch die Han­del­swährung der Optio­nen der Dol­lar und nicht der Euro. Der eine oder andere hat sich vielle­icht gewun­dert, warum ich in den vorherge­hen­den Tex­ten hin und wieder den Dol­lar erwäh­nt hat­te. Nun haben Sie die Erklärung.

Han­del­szeit­en

Ein weit­er­er wichtiger Aspekt ist die Han­del­szeit. Durch die Zeitver­schiebung begin­nt der Han­del an der CBOE erst gegen 15:30 Uhr europäis­ch­er Zeit, was gut für uns ist. Denn die meis­ten Leser dieses Artikels gehen in der Regel einem Beruf nach (nehme ich an) und haben so die Möglichtkeit, nach Feier­abend dem Option­shan­del nachzugehen.

Zeitaufwand

Der Zeitauwand für Neulinge ist hoch. Als ich mit dem The­ma Optio­nen anf­ing (damit meine ich nicht die Büch­er zu lesen), saß ich nach Feier­abend fast jeden Tag 1 bis 3 Stun­den vor dem Rech­n­er und beschäftigte mich mit der Han­delssoft­ware, bildete mich weit­er  usw. Mit der Zeit wird sich der Aufwand  ver­ringern und kann dahin gehen, dass Sie sich an ruhigeren Börsen­t­a­gen vielle­icht 10 bis 20 Minuten an den Rech­n­er set­zen wer­den, um Ihre offe­nen Posi­tio­nen zu über­prüfen und ein paar Schlagzeilen aus den Wirtschaft­snachricht­en zu lesen.

4) Wie kön­nen Sie mit den Optio­nen nun Geld verdienen?

Sie kön­nen mit den Optio­nen Geld ver­di­enen, indem Sie sie entwed­er verkaufen oder kaufen. Ja, auch beim Kauf von Optio­nen kann man Geld ver­di­enen. Um Ihnen jeden einzel­nen Schritt zu erk­lären, wie Sie mit dem Verkauf oder dem Kauf ein­er Option einen Ver­di­enst erzie­len kön­nen, würde den Rah­men dieses Beitrags spren­gen und soll auch nicht das Ziel sein. Das Ziel ist es, Ihnen einen ersten Überblick zu geben. Denn um  ein fundiertes the­o­retis­ches Wis­sen wer­den Sie ohnen nicht drumherum kom­men, möcht­en Sie mit dem Option­shan­del dauer­haft Geld ver­di­enen. Glück­licher­weise gibt es heutzu­tage tolle Lit­er­atur. Daher bekom­men Sie von mir die Erk­lärung an dieser Stelle in Kurzform.

Optio­nen verkaufen

Der Optionsverkauf stellt unsere bevorzugte Meth­ode dar, um dauer­haft ein Einkom­men zu erzie­len. Hier kön­nen wir wieder auf unser Beispiel mit dem Auto und der Ver­sicherungs­ge­sellschaft zurück­greifen. In diesem Fall nehmen Sie die Rolle der Ver­sicherungs­ge­sellschaft ein und verkaufen eine Ver­sicherung (=Option). Dabei bekom­men Sie eine Prämie im Voraus. Die Höhe der Prämie hängt von ver­schiede­nen Fak­toren ab, kann sich aber durch­haus im Rah­men von 400,- $ und mehr bewegen.
Da eine Option immer ein Ver­falls­da­tum hat, passiert im Ide­al­fall fol­gen­des: Die Option ver­fällt und Sie behal­ten die kom­plette Prämie.

Wie sieht nun der Neg­a­tiv­fall aus? Da Sie eine Option verkauft  und somit die Rolle ein­er Ver­sicherungs­ge­sellschaft ein­genom­men haben, gehen Sie die Verpflich­tung ein, im Schadens­fall für den Schaden aufzukom­men. D. h. im schlimm­sten Fall “haften” Sie mit ihrem ganzen Geld, welch­es Sie auf das Bro­kerkon­to eingezahlt haben und fahren somit das gesamte Kon­to an die Wand. Jede Medal­lie hat eben zwei Seiten.

Doch keine Sorge, das ist nur das schlimm­ste Szenario, was Ihnen passieren kann und wenn Sie die Sache richtig machen, wird es gar nicht dazu kom­men. Und um eines vor­wegzu­greifen: laut ein­er Studie ver­fall­en 70% aller Optio­nen ohne, dass ein “Schadens­fall” ein­tritt. Dadurch stellt der Optionsverkauf eine rel­a­tiv lukra­tive Sache dar. Wobei lukra­tiv natür­lich immer rel­a­tiv gese­hen wer­den sollte.
Was ist mit den restlichen 30%? Nun, wie ich bere­its erwäh­nt habe, wird das schlimm­ste Szenario gar nicht ein­treten, wenn Sie die Sache richtig machen.

Wie machen Sie die Sache richtig? Sie benöti­gen eine klare Ausstiegsstrate­gie, um die Option rechtzeit­ig abzus­toßen, bevor der Totalschaden ein­tritt. Mit dem richti­gen Sys­tem und ein wenig Diszi­plin wird es Ihnen müh­e­los gelin­gen. Und ja, sie haben richtig gele­sen: sie kön­nen eine Option abstoßen, wenn Sie sehen, dass Ihnen Ver­luste dro­hen. Das funk­tion­iert, indem Sie die verkaufte Option zurück­kaufen! Das klingt vielle­icht ver­wirrend, ist es aber nicht und mit der richti­gen Lit­er­atur und der Übung wer­den Sie fest­stellen, dass es gar nicht so kom­pliziert ist, wie es sich anhört.

Optio­nen kaufen

Kom­men wir nun zu der Ver­di­en­st­möglichkeit, indem Sie die Optio­nen kaufen. In diesem Fall nehmen Sie die Rolle des Auto­mo­bil­fahrers ein, der sich gegen den Schaden abgesichert hat. Eine Autover­sicherung kann teur­er wer­den, wenn die Ver­sicherungs­ge­sellschaft fest­stellt, dass die Zahl der Unfälle zunimmt. Dadurch steigt das Ver­lus­trisiko für die Gesellschaft und dadurch hebt sie die Beiträge an.
An der Börse ist es genau­so und das ist gut für uns beim Option­skauf. Wir kaufen eine Option und warten, bis sie im Wert gestiegen ist, um sie gewinnbrin­gend zu verkaufen, voraus­ge­set­zt Sie find­en einen Abnehmer, was bei Basiswerten mit großem Han­delsvol­u­men kein Prob­lem darstellen sollte.

Vorteile des Optionsverkaufs

Beim Verkauf erhal­ten Sie sofort die Prämie und müssen nichts weit­er tun, als die Kurse des Basiswertes zu beobacht­en, um die verkaufte Option ggf. abzustoßen.
Ca. 70% aller verkauften Optio­nen ver­fall­en, ohne, dass es jemals zu einem “Schadens­fall” kommt. (Ich sage bewußt Schadens­fall, auch wenn der Begriff an der Börse sich­er nicht kor­rekt ist. Doch um die Sache ver­ständlich­er zu machen, bleibe ich an dieser Stelle dabei). Das bedeutet, dass wir den sta­tis­tis­chen Vorteil auf unser­er Seite haben und zwar ganze 70%. Das ist doch eine tolle Sache, oder?

Nachteile des Optionsverkaufs

Beim Verkauf müssen Sie einen Sicher­heits­be­trag hin­ter­legen, die soge­nan­nte Mar­gin. Dieser Sicher­heits­be­trag hat die Funk­tion ein­er Kau­tion­szahlung im Falle eines “Schadens” und wird beim Trade  auf Ihrem Kon­to für den Fall der Fälle einge­froren. Wenn der Trade aufgelöst (d.h. die Posi­tion geschlossen) wurde, wird der Kau­tions­be­trag (Mar­gin) wieder entsper­rt. Dies lässt sich mit der Kau­tion­szahlung bei einem Lei­h­wa­gen ver­gle­ichen. Wenn Sie einen Wagen mieten, wird in der Regel Ihre Kred­itkarte mit einem Sicher­heits­be­trag belastet und bei der Rück­gabe des Miet­wa­gens zurückerstattet.

Im Falle eines “Schadens” MÜSSEN Sie haften. Sie haben keine andere Wahl – das ist eben der Preis, den Sie für den Erhalt der Prämie zahlen. Doch mit dem Wis­sen, dass 30% der Fälle “in die Hose gehen”, kön­nen wir uns Strate­gien zurechtle­gen, mit denen die Ver­luste ger­ing bleiben, sodass let­z­tendlich den­noch ein Gewinn übrig bleibt, wenn man alle Trades zusam­men betrachtet.

Vorteile des Optionskaufs

Sie müssen beim Kauf keinen Sicher­heits­be­trag (Mar­gin) hin­ter­legen. Die Gewinne aus dem gün­sti­gen Kauf und teurem Verkauf kön­nen genau­so hoch wie beim Verkauf von Optio­nen sein, wenn nicht gar höher liegen.

Nachteile des Optionskaufs

Sie müssen zunächst Geld aus­geben. Sobald Sie die Option gekauft haben, wird der Betrag von Ihrem Han­del­skon­to abgezogen
Beim Option­skauf kön­nen wir Geld ver­di­enen, wenn ein “Schadens­fall” ein­tritt oder wenn eine Option teur­er gewor­den ist und wir sie gekauft haben, als sie noch gün­stig war. Wie wir gel­ernt haben, ver­fall­en 70% der Optio­nen. Das bedeutet, dass wir in der Regel nur eine 30%-ge Wahrschein­lichkeit auf unser­er Seite haben, dass wir mit dem Option­skauf einen Gewinn erzie­len. Ich sage bewußt “in der Regel”, denn es gibt Sit­u­a­tio­nen und in der Prax­is erprobte Strate­gien, in denen sich ein Kauf sehr wohl lohnen kann. Diese Strate­gien soll­ten jedoch Fort­geschrit­tene anwenden.

Zusam­men­fas­sung

  • Sie kön­nen sowohl mit dem Kauf als auch dem Verkauf von Optio­nen Ein­nah­men erzielen
  • Die bevorzugte Meth­ode stellt der Optionsverkauf dar, auf­grund der sta­tis­tisch höheren Wahrschein­lichkeit, dass eine Option ver­fällt, ohne, dass es zu einem “Schadens­fall” kommt
  • In sel­teneren Fällen lohnt sich auch ein Option­skauf, sofern bes­timmte Voraus­set­zun­gen vor­liegen und daher sollte auch ein Kauf stets in Erwä­gung gezo­gen wer­den. Denn wenn die Voraus­set­zun­gen ein­mal gegeben sind, kön­nen sich die Gewinne im Falle eines Option­skaufs wirk­lich sehen lassen

Zum Schluss möchte ich für diejeni­gen, die sich fra­gen, worin der genaue Unter­schied zwis­chen Optio­nen und Option­ss­cheinen liegt, auf diesen Artikel verweisen.