Was sind Optionen



Was sind Optionen, wie werden sie gehandelt und welche Voraussetzungen werden benötigt?

Der Begriff Aktie löst bei den meisten Menschen wohl kaum einen fragenden Blick aus, ist dieses Thema bei den meisten doch schon mehr oder weniger bekannt. Zumindest hat schon jeder mal von uns den Begriff Aktie gehört.
Ganz anders verhält es sich mit den Optionen. Denn im Gegensatz zu den Amerikanern, denen dieses Produkt weit geläufiger ist, sind Optionen in Europa bei den Privatleuten so gut wie unbekannt. Die meisten Menschen hierzulande verwechseln die Optionen sogar mit den Optionsscheinen, wobei es sich um unterschiedliche Produkte handelt.  Ich hoffe daher, das Produkt “Option” mit Hilfe dieser Informationsplattform ein Stückchen bekannter zu machen.
Denn Optionen eignen sich hervorragend dazu, ein Nebeneinkommen zu erzielen oder wenn jemand das nötige Kleingeld und die nötige Erfahrung hat, den Optionshandel auch zur Haupteinnahmequelle zu machen. Noch ein Hinweis an dieser Stelle: wenn ich von Optionen rede, dann meine ich die echten Optionen und keine binären Optionen. Doch alles der Reihe nach…


1) Was sind Optionen?

Ich könnte an dieser Stelle die Standarddefinition herunterleiern, die sich zahlreich im Internet findet und wäre mit meinem Text schnell fertig. Doch damit hätte ich für Sie keinen Mehrwert erzielt. Denn mein Ziel mit Handelszeit ist es, nicht nur Informationen zu liefern, sondern die Thematik möglichst einfach und anhand von Beispielen aus dem Alltag zu erklären.

Um das Thema möglichst verständlich zu machen, möchte ich mit einem Beispiel aus dem Alltag beginnen, welches ich anschließend auf die Welt der Optionen übertragen werde. Die Rede ist vom Automobil. Die meisten von uns besitzen ein Auto und wenn nicht, dann gehe ich davon aus, dass die meisten von Ihnen schon mal ein Auto besessen haben.
Was ist zwingend notwendig, wenn man hierzulande legal ein Auto auf der Straße bewegen darf, abgesehen vom Führerschein? Richtig: die KfZ-Versicherung. Wie funktioniert es nun mit dem Automobil und der Versicherung?

Wenn Sie Ihr Fahrzeug versichern, dann überweisen Sie an die Versicherungsgesellschaft die Versicherungsprämie und zwar im Voraus. Einfachheitshalber gehe ich davon aus, dass die Versicherungsprämie immer jährlich zu zahlen ist. Was tut die Versicherungsgesellschaft, welche die Prämie von Ihnen kassiert? Im ersten Moment nichts. Sie verpflichtet sich lediglich, im Falle eines Schadens (in der Regel eines Unfalls) den Schaden zu begleichen. Die Verpflichtung, dies zu tun, besteht so lange, wie die Laufzeit der Versicherung gültigt ist, nämlich ein Jahr. Wenn Sie im Laufe des Jahres keinen Unfall gebaut haben, dann behält die Versicherungsgesellschaft die Prämie, welche Sie gezahlt haben und freut sich, um ein paar Hundert Euro reicher geworden zu sein.

Wenn Sie aber entgegen aller Vorsichtsmaßnahmen einen Unfall gebaut haben? Nun, dann muss die Versicherung in der Regel einspringen und den Schaden bezahlen. Das ist natürlich alles vereinfacht dargestellt und wir alle wissen, dass die Dinge sich auch ganz anders und komplizerter gestaltet können, je nach Situation und Versicherungsleistung.

Doch im Grunde ist die Idee der Autoversicherung simpel: Sie zahlen, die Versicherungsgesellschaft kassiert. Wenn Sie ein Jahr lang unfallfrei fahren, freut sich Ihre Versicherung des Geldes. Entsteht im Laufe des Jahres ein Schaden, MUSS die Versicherung zahlen. So weit so gut.

Nun kommen wir zu den Optionen. Hier verhält es sich fast genauso!

Dazu wird Ihr Auto in ein Produkt an der Börse verwandelt: zu einer Aktie, zu einem Future oder zu einem ETF. An der Börse gibt es für diese Produkte einen Oberbegriff, der sich “Basiswert” nennt.

Sagen wir, Ihr Auto ist nun eine Aktie, die Sie erst kürzlich zu…sagen wir zu 100,- EUR pro Stück gekauft haben. Welche Szenarien sind nun möglich? Zum einen kann der Kurs Ihrer Aktie steigen und Sie verdienen Geld. Zum anderen kann mit dem Kurs überhaupt nichts geschehen und Sie verdienen nichts, verlieren aber auch nicht.
Was ist aber, wenn der Kurs fällt und fällt und fällt? In diesem Fall entstünde Ihnen ein finanzieller Schaden (pauschal ausgedrückt), womit wir wieder einen Bezug zu unserem Beispiel mit dem Auto haben.
Ihr Auto namens Aktie hat einen Schaden in Form eines Kurseinbruchs erlitten. Der Kurs steht mittlerweile, sagen wir bei 20,- EUR, das meiste investierte Geld ist weg und es gibt auch keine Aussicht, dass der Kurs je wieder steigen würde. Denn das Unternehmen, von dem Sie die Aktie gekauft haben, hat Insolvenz angemeldet und eine Besserung ist nicht in Sicht. Wenn es da nur eine Möglichkeit einer Asicherung gäbe, um sich gegen solche Kursrutsche zu schützen…

Die gibt es, in Form einer Option und hier ist endlich die Antwort auf die Frage “Was sind Optionen”, in einem Satz ausgedrückt:

Optionen sind “Versicherungen” mit einer begrenzten Laufzeit, welche an der Optionsbörse abgeschlossen werden, um sich gegen unerwünschte Kursbewegungen zu schützen.

Wobei eine unerwünschte Kursbewegung nicht nur einen Kursrutsch, sondern auch einen Kursanstieg darstellen kann. “Wie das?”, werden Sie sich vermutlich fragen. Sind Kursanstiege denn nicht immer gut? Nun, es ist immer eine Sache des Betrachters.

Angenommen, Sie haben eine Aktie im Blick, die derzeit bei 15,- EUR steht und die Sie gerne kaufen möchten, haben aber erst im nächsten Monat das Geld dafür.
Was ist nun, wenn der nächste Monat vor der Tür steht, sie aber feststellen, dass Ihre Aktie plötzlich um 100% zugelegt hat und für Sie somit uninteressant geworden ist, wobei Sie die Aktie wirklich, wirklich gerne gekauft hätten? In diesem Fall kann man leider nur sagen: Pecht gehabt.

Wie Sie sehen, kann auch ein Kursanstieg unter bestimmten Bedingungen als ein negatives Ereignis angesehen werden. Noch deutlicher wird es bei den Rohstoffen, wenn zum Beispiel der Rohöl-Preis plötzlich einen Satz nach oben macht, weil irgendwo eine Bohrinsel in die Luft geflogen ist, mal wieder…

2) Wie werden Optionen gehandelt?

Wie soll man sich so einen Optionshandel nun vorstellen? Ist es so, dass man hier wie ein Versicherungsvertreter hunderte Anrufe tätigen muss, um ein paar Versicherungen zu verticken? Glücklicherweise lautet hier die Antwort: Nein.

Der Optionshandel verläuft voll elektronisch am Computer und kann von einem beliebigen Ort der Welt durchgeführt werden, vorausgesetzt, man besitzt einen Internetzugang und erfüllt bestimmte Voraussetzungen, die ich im nächsten Abschnitt erläutern werde. Ja es ist sogar so, dass Sie beim Optionshandel nicht die geringste Ahnung haben, wer Ihr “Geschäftspartner” ist.

3) Voraussetzungen für den Optionshandel und was Sie noch wissen sollten:

Erfahrung an der Börse

Das Essentielle kommt zuerst. Was meine ich mit Erfahrung? Nun, bevor Sie sich an solch ein Produkt wie Optionen heranwagen, sollten Sie mindestens 1 Jahr mit Aktien gehandelt haben, am besten jedoch 2 bis 3 Jahre. Der eine oder andere könnte nun sicherlich enttäuscht sein, doch ich rede aus Erfahrung. So banal das Thema Optionen sich anhört, bedarf es dennoch gewisser Vorkenntnisse. In diversen Artikeln werde ich das Thema näher beschreiben.

Internetzugang

Der Handel mit Optionen erfolgt an der Börse elektronisch und zum Teil auch auf dem Parkett. Doch für Sie Zuhause ist es irrelevant. Denn die Orderübermittlung erfolgt am Computer über das Internet.

Broker

Der Handel erfolgt zwar über das Internet, doch Sie benötigen ein Konto bei einem Broker. Der Broker dient als Vermittler von Aufträgen und kassiert bei jedem Trade eine Vermittlungsprovision, die sich in der Regel  in Grenzen hält.

Tradingsoftware

Die Orderübermittlung erfolgt über eine spezielle Tradingsoftware. In der Regel stellt Ihr Broker die Software kostenlos zur Verfügung, zumindest die Basisversion. Doch bereits die Basisversion kann für einen erfolgreichen Start ausreichen. Es gibt natürlich auch noch die Premiumversion und auch kostenpflichtige Handelsanwendungen anderer Anbieter, die sich für jemand, der sich mit dem Thema Optionshandel ernsthaft auseinandersetzt, mit der Zeit sehr wohl in Frage kommen kann.

Geld

Ohne einen entsprechendenden Geldbetrag auf dem Konto, welches Sie beim Broker eröffnet haben, macht der Optionshandel leider nur wenig Sinn. Das Geld, welches Sie einzahlen, dient in der Regel dazu, um als Margin zu fungieren. Die Margin ist eine Art Kaution, der bei jedem Trade für die Dauer des Trades hinterlegt werden muss. Da die Marginbeträge mitunter 2500,- bis 5000,- Dollar betragen können, sollten Sie mindestens 5000,- Dollar auf Ihr Konto einzahlen und das ist wirklich der Mindestbetrag. Alles, was darunter liegt, erlaubt in der Regel keinen vernünftigen Handel. Im Idealfall haben Sie jedoch 25.000,- Dollar oder mehr zur Verfügung.

Datenabonnement

Die Echtzeitkurse sind an der Börse in der Regel kostenpflichtig. Auch wenn die Gebühr für private Trader nicht besonders hoch ist, erwähne ich dies vollständigkeitshalber. Der Betrag variiert von 1,- Dollar bis zu ca. 125,- Dollar pro Monat, abhängig davon, für welchen Basiswert man die Echtzeitkurse sehen möchte. Das Datenabonnement lässt sich ganz einfach über Ihr Konto beim Broker aktivieren, in der Regel im Bereich “Kontoverwaltung”.

Eine gesunde Portion an Realismus

Sie besitzen Vorkenntnisse aus dem Aktienhandel, haben ein Konto beim Broker Ihrer Wahl eröffnet und vorzugsweise 25.000,- Dollar eingezahlt und sind nun bereit, zum Master of the Universe zu werden. Freudig reiben Sie sich die Hände, denn nun wird die Kohle nur so hereinfließen, richtig?
Leider muss ich Sie, geneigte Leser, enttäuschen und auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Der Optionshandel ist ein Handwerk wie jedes andere auch, und diese irrsinnigen Versprechungen gewisser Personen sind leider nur Bauernfängerei. Verstehen Sie mich nicht falsch, Sie können mit dem Optionshandel, genauso wie mit dem Aktienhandel, sehr wohl über Nacht zum Millionär werden. Doch die Chancen hierzu stehen genauso gut wie beim Lottospiel und der Hoffnung, die 6 richtigen Zahlen zu tippen.
Die Realität sieht ganz anders aus und Sie sollten sich von Anfang an klar machen, dass Sie anfangs mit dem Optionshandel “nur” ein schönes Nebeneinkommen erzielen können. Wie hoch das Nebeneinkommen sein kann, liegt ganz allein von Ihrem Können, Ihrer Erfahrung und auch von der Größe Ihres Kontos ab. Es kann 100,- EUR im Monat betragen, 1.000,- EUR oder gar 10.000,- EUR.

Geduld

Der Handel mit den Optionen ist nicht über Nacht erlernt und wenn Sie sich mit diesem Thema ersthaft beschäftigen möchten, sollten Sie 3 bis 5 Jahre einplanen, bis Sie soweit sind, dass Sie von sich behaupten können, ein erfahrener Optionshändler zu sein. Der Umgang mit der Handelssoftware ist in der Regel innerhalb von 2 Wochen schnell gelernt und die Platzierungen der Order an der Börse ebenfalls.
Worauf es jedoch ankommt, ist ein Gefühl für die Kursbewegungen zu entwickeln, ein eigenes Handelssystem zu entwickeln und vor allem die Fähigkeit zu entwickeln, die Gefühle und Emotionen abzuschalten. Denn Emotionen sind an der Börse das reine Gift und haben schon sehr oft dazu geführt, dass zahlreiche Konten innerhalb von Tagen an dieWand gefahren wurden.


Was Sie sonst noch wissen sollten

Handelsort

Der Handelsort für Optionen liegt… wer hätte es gedacht, in den USA. D.h. auch wenn Sie sich in Deutschland, Österreich, in der Schweiz oder sonst wo befinden und die Orders platzieren – alles läuft an der Optionsbörse in Chicago zusammen. Der Name dieser Optionsbörse lautet “Chicago Board Options Exchange”, kurz CBOE.

Handelswährung

Aus diesem Grund ist auch die Handelswährung der Optionen der Dollar und nicht der Euro. Der eine oder andere hat sich vielleicht gewundert, warum ich in den vorhergehenden Texten hin und wieder den Dollar erwähnt hatte. Nun haben Sie die Erklärung.

Handelszeiten

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Handelszeit. Durch die Zeitverschiebung beginnt der Handel an der CBOE erst gegen 15:30 Uhr europäischer Zeit, was gut für uns ist. Denn die meisten Leser dieses Artikels gehen in der Regel einem Beruf nach (nehme ich an) und haben so die Möglichtkeit, nach Feierabend dem Optionshandel nachzuhgehen.

Zeitaufwand

Der Zeitauwand für Neulinge ist hoch. Als ich mit dem Thema Optionen anfing (damit meine ich nicht die Bücher zu lesen), saß ich nach Feierabend fast jeden Tag 1 bis 3 Stunden vor der Rechner und beschäftigte mich mit der Handelssoftware, bildete mich weiter  usw. Mit der Zeit wird sich der Aufwand  verringern und kann dahin gehen, dass Sie sich an ruhigeren Börsentagen vielleicht 10 bis 20 Minuten an den Rechner setzen werden, um Ihre offenen Positionen zu überprüfen und ein paar Schlagzeilen aus den Wirtschaftsnachrichten zu lesen.

4) Wie können Sie mit den Optionen nun Geld verdienen?

Sie können mit den Optionen Geld verdienen, indem Sie sie entweder verkaufen oder kaufen. Ja, auch beim Kauf von Optionen kann man Geld verdienen. Um Ihnen jeden einzelnen Schritt zu erklären, wie Sie mit dem Verkauf oder dem Kauf einer Option einen Verdienst erzielen können, würde den Rahmen dieses Portals sprengen und soll auch nicht das Ziel sein. Das Ziel ist es, Ihnen einen ersten Überblick zu geben. Denn um  ein fundiertes theoretisches Wissen werden Sie ohnen nicht drumherum kommen, möchten Sie mit dem Optionshandel dauerhaft Geld verdienen. Glücklicherweise gibt es heutzutage tolle Literatur. Daher bekommen Sie von mir die Erklärung an dieser Stelle in Kurzform.

Optionen verkaufen

Der Optionsverkauf stellt unsere bevorzugte Tradingmethode dar, um dauerhaft ein Einkommen zu erzielen. Hier können wir wieder auf unser Beispiel mit dem Auto und der Versicherungsgesellschaft zurückgreifen. In diesem Fall nehmen Sie die Rolle der Versicherungsgesellschaft ein und verkaufen eine Versicherung (=Option). Dabei bekommen Sie eine Prämie im Voraus. Die Höhe der Prämie hängt von verschiedenen Faktoren ab, kann sich aber durchhaus im Rahmen von 400,- $ und mehr bewegen.
Da eine Option immer ein Verfallsdatum hat, passiert im Idealfall folgendes: Die Option verfällt und Sie behalten die komplette Prämie.

Wie sieht nun der Negativfall aus? Da Sie eine Option verkauft  und somit die Rolle einer Versicherungsgesellschaft eingenommen haben, gehen Sie die Verpflichtung ein, im Schadensfall für den Schaden aufzukommen. D. h. im schlimmsten Fall “haften” Sie mit ihrem ganzen Geld, welches Sie auf das Brokerkonto eingezahlt haben und fahren somit das gesamte Konto an die Wand. Jede Medallie hat eben zwei Seiten.

Doch keine Sorge, das ist nur das schlimmste Szenario, was Ihnen passieren kann und wenn Sie die Sache richtig machen, wird es gar nicht dazu kommen. Und um eines vorwegzugreifen: 70% aller Optionen verfallen, ohne, dass ein “Schadensfall” eintritt. Dadurch stellt der Optionsverkauf eine relativ lukrative Sache dar. Wobei lukrativ natürlich immer relativ gesehen werden sollte.
Was ist mit den restlichen 30%? Nun, wie ich bereits erwähnt habe, wird das schlimmste Szenario gar nicht eintreten, wenn Sie die Sache richtig machen.

Wie machen Sie die Sache richtig? Sie benötigen eine klare Ausstiegsstrategie, um die Option rechtzeitig abzustoßen, bevor der Totalschaden eintritt. Mit dem richtigen System und ein wenig Disziplin wird es Ihnen mühelos gelingen. Und ja, sie haben richtig gelesen: sie können eine Option abstoßen, wenn Sie sehen, dass Ihnen Verluste drohen. Das funktioniert, indem Sie die verkaufte Option zurückkaufen! Das klingt vielleicht verwirrend, ist es aber nicht und mit der richtigen Literatur und der Übung werden Sie feststellen, dass es gar nicht so kompliziert ist, wie es sich anhört.

Optionen kaufen

Kommen wir nun zu der Verdienstmöglichkeit, indem Sie die Optionen kaufen. In diesem Fall nehmen Sie die Rolle des Automobilfahrers ein, der sich gegen den Schaden abgesichert hat. Eine Autoversicherung kann teurer werden, wenn die Versicherungsgesellschaft feststellt, dass die Zahl der Unfälle zunimmt. Dadurch steigt das Verlustrisiko für die Gesellschaft und dadurch hebt sie die Beiträge an.
An der Börse ist es genauso und das ist gut für uns beim Optionskauf. Wir kaufen eine Option und warten, bis sie im Wert gestiegen ist, um sie gewinnbringend zu verkaufen, vorausgesetzt Sie finden einen Abnehmer, was bei Basiswerten mit großem Handelsvolumen kein Problem darstellen sollte.

Vorteile des Optionsverkaufs

Beim Verkauf erhalten Sie sofort die Prämie und müssen nichts weiter tun, als die Kurse des Basiswertes zu beobachten, um die verkaufte Option ggf. abzustoßen.
Ca. 70% aller verkauften Optionen verfallen, ohne, dass es jemals zu einem “Schadensfall” kommt. (Ich sage bewußt Schadensfall, auch wenn der Begriff an der Börse sicher nicht korrekt ist. Doch um die Sache verständlicher zu machen, bleibe ich an dieser Stelle dabei). Das bedeutet, dass wir den statistischen Vorteil auf unserer Seite haben und zwar ganze 70%. Das ist doch eine tolle Sache, oder?

Nachteile des Optionsverkaufs

Beim Verkauf müssen Sie einen Sicherheitsbetrag hinterlegen, die sogenannte Margin. Dieser Sicherheitsbetrag hat die Funktion einer Kautionszahlung im Falle eines “Schadens” und wird beim Trade  auf Ihrem Konto für den Fall der Fälle eingefroren. Wenn der Trade aufgelöst (d.h. die Position geschlossen) wurde, wird der Kautionsbetrag (Margin) wieder entsperrt. Dies lässt sich mit der Kautionszahlung bei einem Leihwagen vergleichen. Wenn Sie einen Wagen mieten, wird in der Regel Ihre Kreditkarte mit einem Sicherheitsbetrag belastet und bei der Rückgabe des Mietwagens zurückerstattet.

Im Falle eines “Schadens” MÜSSEN Sie haften. Sie haben keine andere Wahl – das ist eben der Preis, den Sie für den Erhalt der Prämie zahlen. Doch mit dem Wissen, dass 30% der Fälle “in die Hose gehen”, können wir uns Strategien zurechtlegen, mit denen die Verluste gering bleiben, sodass letztendlich dennoch ein Gewinn übrig bleibt, wenn man alle Trades zusammen betrachtet.

Vorteile des Optionskaufs

Sie müssen beim Kauf keinen Sicherheitsbetrag (Margin) hinterlegen. Die Gewinne aus dem günstigen Kauf und teurem Verkauf können genauso hoch wie beim Verkauf von Optionen sein, wenn nicht gar höher liegen.

Nachteile des Optionskaufs

Sie müssen zunächst Geld ausgeben. Sobald Sie die Option gekauft haben, wird der Betrag von Ihrem Handelskonto abgezogen
Beim Optionskauf können wir Geld verdienen, wenn ein “Schadensfall” eintritt oder wenn eine Option teurer geworden ist und wir sie gekauft haben, als sie noch günstig war. Wie wir gelernt haben, verfallen 70% der Optionen. Das bedeutet, dass wir in der Regel nur eine 30%-ge Wahrscheinlichkeit auf unserer Seite haben, dass wir mit dem Optionskauf einen Gewinn erzielen. Ich sage bewußt “in der Regel”, denn es gibt Situationen und in der Praxis erprobte Strategien, in denen sich ein Kauf sehr wohl lohnen kann. Diese Strategien sollten jedoch Fortgeschrittene anwenden.

Zusammenfassung

  • Sie können sowohl mit dem Kauf als auch dem Verkauf von Optionen Einnahmen erzielen
  • Die bevorzugte Methode stellt der Optionsverkauf dar, aufgrund der statistisch höheren Wahrscheinlichkeit, dass eine Option verfällt, ohne, dass es zu einem “Schadensfall” kommt
  • In selteneren Fällen lohnt sich auch ein Optionskauf, sofern bestimmte Voraussetzungen vorliegen und daher sollte auch ein Kauf stets in Erwägung gezogen werden. Denn wenn die Voraussetzungen einmal gegeben sind, können sich die Gewinne im Falle eines Optionskaufs wirklich sehen lassen

Zum Schluss möchte ich für diejenigen, die sich fragen, worin der genaue Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen liegt, auf diesen Artikel verweisen.