Was sind Burggraben-Aktien?

Hal­lo Leute,
viele erfol­gre­iche Inve­storen sind auf der Suche nach Aktien, welche ihnen möglichst lange und zuver­läs­sig Div­i­den­den auszahlen. Doch welche Unternehmen sollte man dabei auswählen und wonach sollte man Auss­chau hal­ten? Strate­gien und Ansätze hierzu gibt es wirk­lich einige und etliche davon sind wirk­lich gut. Eine Möglichkeit, auf gute Aktien zu set­zen, beste­ht darin, in soge­nan­nte Burggraben-Aktien zu investieren.

Was bedeutet Burggraben-Aktien und woher kommt dieser Begriff?

Der Begriff Burggraben-Aktie stammt ursprünglich von War­ren Buf­fett. Er spricht davon erst­ma­lig in seinem Brief an die Aktionäre aus dem Jahr 1986 (“…moat that pro­tects a valuable…business cas­tle”) und ver­wen­det ihn seit­dem regelmäßig.

So wie damals eine Burg durch einen Graben vor Ein­drin­glin­gen geschützt war, so ist ein Unternehmen mit einem (fik­tiv­en) Burggraben eben­falls vor Ein­drin­glin­gen (in Form von Konkur­renz) geschützt. Der Burggraben eines Unternehmens ist in der Regel ein gewiss­es Alle­in­stel­lungsmerk­mal, dessen Konzept sich nicht ein­fach so kopieren lässt oder z.B.  geschützt ist. Ich denke es ist ver­ständlich­er, wenn wir uns ein Unternehmen mit einem Burggraben anschauen.

McDonalds – ein Klassiker mit einem Burggraben

Zumin­d­est in den Städten gibt es immer wieder irgend­wo ein McDon­alds in der Nähe. McDon­alds hat als ein Burg­er Restau­rant ange­fan­gen und viele denken bis heute, dass es sich immer noch um eine reine Fast-Food-Kette han­delt, mit dem Schw­er­punkt auf die Burg­er. Doch weit gefehlt, denn McDon­alds ist neben seinem Burg­er-Mod­ell auch ein Immo­bilienun­ternehmen. Denn schon zu den Anfangszeit­en legten die Inhab­er von McDon­alds Wert darauf, dass sie ihre Restau­rants nicht in beliebig angemieteten Räum­lichkeit­en auf­bauen. Vielmehr sorgten sie dafür, dass sie stattdessen die Immo­bilien in den besten Lagen kauften und darin ihre Burg­er-Restau­rants betrieben. Und eben diese Kom­bi­na­tion stellt den Burggraben von McDon­alds dar.

Man kann über Burg­er von McDon­alds sagen was man möchte, doch das Konzept hat sich bewährt und das ist aus unternehmerisch­er Sicht das Wichtig­ste. Seit das Unternehmen auch das Fran­chise-Sys­tem einge­führt hat, ver­di­ent es das Geld durch die Mietein­nah­men. Die Mietein­nah­men richt­en sich nach dem Umsatz, den der Fran­chise-Nehmer erzielt. Und so lange wir alle zu McDon­alds gehen, wer­den sie sich weit­er­hin eine gold­ene Nase ver­di­enen.

Doch angenom­men, keine möchte mehr Burg­er essen. Wäre es das Ende von McDon­alds? Eher nicht. Der Grund darin liegt in der Tat­sache, dass McDon­alds immer noch die Immo­bilien in den 1A-Lagen besitzt. Jedes Mal, wenn Ihr seht, dass ein neues McDon­alds in der Nähe eröffnet, dann fragt euch, wieso aus­gerech­net dort? In der Regel sind es meis­tens stark fre­quen­tierte Gegen­den, wo entwed­er viele Fußgänger daran vor­beilaufen oder Autos vor­beifahren. Im Grunde genom­men kann man mit so ein­er Immo­bilie immer Geld ver­di­enen, egal wer sich dort ger­ade bre­it­macht.

Dazu kommt, dass McDon­alds seit dem Beste­hen des Unternehmens wirk­lich sehr groß gewor­den ist und glob­al agiert. Dies qual­i­fiziert dieses Burg­er-Restau­rant zusät­zlich in die Kat­e­gorie der Burggraben Aktien.

Natür­lich ist der Burggraben kein Garant für steigende Aktienkurse und auch ein McDon­alds kön­nte pleit­ege­hen. Doch Burggraben Aktien bieten viel mehr Sicher­heit­en als Unternehmen, die keinen Burggraben besitzen.

Wie findet man Burggraben-Aktien?

Es gibt keine Blau­pause dafür. Vielmehr sollte man sich, wenn man sich an der Börse engagieren möchte, Gedanken über ein Unternehmen machen, wenn man investieren möchte. Grund­sät­zlich sollte man natür­lich auch ein paar Büch­er rund ums Investieren* gele­sen haben, doch kein Buch kann die prak­tis­che Erfahrung erset­zen.

Man sollte ein­fach über­legen, was macht dieses oder jenes Unternehmen einzi­gar­tig. Nehmen wir beispiel­sweise ein weit­eres Unternehmen: Microsoft. So gut wie jed­er ken­nt Win­dows* und so gut wie jed­er arbeit­et damit. Nur die wenig­sten haben z.B.  Lin­ux oder MacOS von Apple im Ein­satz, selb­st in den USA, wo Apple ver­bre­it­eter als in Europa ist. Und hat man sich erst mal an ein Betrieb­ssys­tem gewöh­nt, möchte man dabei bleiben. Selb­st Win­dows Vista und Win­dows 8 kon­nten Microsoft (bish­er) die Mark­tan­teile nicht allzu stark weg­nehmen, wie die bei­den Abbil­dun­gen zeigen:

betriebssystem

Mark­tan­teile der führen­den Betrieb­ssys­temver­sio­nen in den USA von Jan­u­ar 2009 bis Juli 2017. Quelle: https://de.statista.com

 

Mark­tan­teile der führen­den Betrieb­ssys­teme in Deutsch­land von Jan­u­ar 2009 bis Juli 2017. Quelle: https://de.statista.com

Das gle­iche gilt beispiel­sweise auch für Adobe. Die meis­ten Arbeit­en mit Pho­to­shop oder Light­room*. Die Soft­ware von Adobe ist ja auch sehr mächtig und kaum jemand kommt auf die Idee, ein Konkur­ren­zpro­dukt zu kaufen, obwohl es auf dem Markt genü­gend Konkur­ren­zpro­duk­te gibt. Nicht umson­st wurde dem Unternehmen vor eini­gen Jahren der Pro­gram­mier­code gestohlen.

Weitere Beispiele für Burggraben Aktien im Kurzüberblick:

Google

Google bzw. Alpha­bet hat eben­falls einen Burggraben. Auch wenn der Mark­tan­teil von diesem Such­maschi­nen-Riesen in Chi­na ver­schwindend ger­ing ist und dort von Baidu dominiert wird, so ist Google in der west­lichen Welt ein fes­ter Bestandteil der dig­i­tal­en Welt. Zunächst bestand der Burggraben von Google aus dem Such- und Rank­ing-Algo­rith­mus. Im Laufe der Zeit kamen noch zahlre­iche Pro­duk­te hinzu, welche sich ein­er großen Beliebtheit erfreuen und die den Burggraben noch tiefer gemacht haben. Und so lange es nie­man­den gibt, der etwas völ­lig rev­o­lu­tionäres im Such­maschi­nen­bere­ich erfind­et, wird Googles Burggraben noch lange tief bleiben.

Und wenn doch, dann hat Google noch etliche weit­ere Pro­duk­te im Ärmel, mit denen es auf dem Markt die schwieri­gen Zeit­en über­ste­hen kön­nte.

Waste Man­age­ment

Waste Man­age­ment ist wahrschein­lich nicht so vie­len bekan­nt wie Google oder Ama­zon. Doch auch dieses Unternehmen ver­fügt über einen tiefen Burggraben. Waste Man­age­ment ist der größte Mül­lentsorg­er in den USA. Der Burggraben dieses Unternehmens beste­ht darin, dass nicht jed­er sagen kann: “Ab heute gründe ich ein Mül­lentsorgung­sun­ternehmen”. Denn um ein Entsorgung­sun­ternehmen betreiben zu kön­nen, benötigt man zum einen eine riesige Logis­tik. Zum anderen ist es selb­st mit ein­er großen Logis­tik im Rück­en fast unmöglich “mal schnell” bei der Stadt anzu­rufen und einen Deal auszuhan­deln. Vielmehr ist es so, dass solche Verträge zwis­chen den Kom­munen und einem Entsorgung­sun­ternehmen über Jahre oder vielle­icht ganze Jahrzehnte hin­weg abgeschlossen wer­den. Aus diesem Grund hat beispiel­sweise Bill Gates eine nicht kleine Summe in Waste Man­age­ment investiert, hier nachzuse­hen.


Das war nur eine Hand­voll von Unternehmen mit einem Burggraben und wenn man recher­chiert, find­et man noch etliche andere. Ohne ins Detail zu gehen, fall­en mir allein beim Schreiben dieses Artikels noch weit­ere Burggraben Aktien, z.B. Coca-Cola, Ama­zon, Stu­dent Trans­porta­tion, BAE Sys­tems, Gen­er­al Dynam­ics,  Lock­heed Mar­tin, Apple, Roche… Ich hoffe, ich kon­nte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Mehrw­ert liefern und wün­sche euch viel Erfolg an den Märk­ten und mit euren Invest­ments.

Zusam­men­fas­sung

  • Der Begriff Burggraben im Zusam­men­hang mit einem Invest­ment wurde erst­mals von War­ren Buf­fet erwäh­nt und gehört seit­dem zum Fach­jar­gon an der Börse
  • Ein Unternehmen mit einem Burggraben zeich­net sich dadurch aus, dass es über ein Konzept ver­fügt, welch­es nur sehr schw­er eins zu eins kopieren lässt
  • Ein Burggraben ist kein Garant für ewiges Beste­hen eines Unternehmens, doch er erhöht die Sicher­heit des Invest­ments
  • Mit ein wenig Engage­ment und Ein­satz an der Börse lassen sich etliche Burggraben Aktien find­en

Dis­claimer

Dieser Beitrag besitzt rein infor­ma­tiv­en Charak­ter und er soll nicht dazu dienen, Sie zum Kauf von Anteilen der von mir erwäh­n­ten Unternehmen ani­mieren. Sie sind für Ihre Investi­tio­nen und Entschei­dun­gen selb­st ver­ant­wortlich. Ich besitze von den Unternehmen, die ich in diesem Beitrag erwähne, keine Aktien und habe nicht vor, in den näch­sten 30 Tagen Anteile dieser Unternehmen zu erwer­ben. Darüber hin­aus erhalte ich von den in diesem Beitrag genan­nten Unternehmen kein­er­lei Vergü­tung dafür, dass ich sie namentlich erwähne.

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