Aktien, welche institutionelle Anleger nicht kaufen

Hal­lo Leute,
in diesem Beitrag gehen wir der Frage nach, welche Aktien die insti­tu­tionellen Anleger nicht oder nur in einem gerin­gen Maße kaufen und warum dies so ist. Hierzu wer­den wir uns zwei Aktien anschauen. Dadurch werdet Ihr über die Gründe, warum solche Aktien von den Großen ver­schmäht wer­den, im Klaren wer­den. Natür­lich han­delt es sich hier­bei nur um eine Regel und nicht um eine strikt befol­gte Vorschrift. Doch schauen wir uns zunächst die Titel an: Stu­dent Trans­porta­tion und Glad­stone Cap­i­tal Cor­po­ra­tion.

Erster Akti­en­ti­tel – STB

Betra­cht­en wir zunächst den Titel des kanadis­chen Unternehmens Stu­dent Trans­porta­tion (Kürzel: STB). Dazu habe ich für euch den Chart dieser Aktie einge­blendet.

Was tut dieses Unternehmen? Ich nehme an, jed­er von euch hat schon mal diese gel­ben Schul­busse im Fernse­hen gese­hen, welche in den USA zum Gesellschafts­bild gehören? Genau das ist es, was Stu­dent Trans­porta­tion tut. Das Unternehmen bringt Schüler in den USA und Kana­da zur Schule und nach der Schule wieder nach Hause. Eine ziem­lich lang­weilige Angele­gen­heit also. Doch wer Peter Lynch´s Buch “One up on Wall Street” gele­sen hat, der weiß, dass aus­gerech­net die lang­weilig­sten Unternehmen zuver­läs­sige und beständi­ge Ein­nah­men gener­ieren. Betra­chtet man die Div­i­den­den­quote, sieht man, dass sie über­durch­schnit­tlich gut ist:

student transportation

Quelle: www.capitalcube.com

Und den­noch, betra­chtet man den Anteil der insti­tu­tionellen Anleger, wird ersichtlich, dass ger­ade mal knapp 23% davon sich in insti­tu­tioneller Hand befind­et, was auf den ersten Blick selt­sam erscheint. Denn zu der hohen prozen­tualen Div­i­dende ist diese Aktie rel­a­tiv gün­stig. Dazu kommt noch, dass STB die Div­i­dende monatlich auszahlt.

Quelle: www.nasdaq.com

Wo liegt also das Prob­lem? Wollen die Inve­storen denn kein Geld ver­di­enen? Doch, das möcht­en sie natür­lich. Das Prob­lem liegt ganz ein­fach darin, dass Stu­dent Trans­porta­tion für einen großen Anleger ein viel zu kleines Unternehmen ist. Dies erken­nt man, wenn man die Anzahl der Aktien durch den auszuschüt­ten­den Gewinn teilt.

Für die Berech­nung nehme ich hierzu die Angaben von www.finviz.com und www.dividend.com. Beachtet bitte, dass ich eine Stück­zahl von 90,88 Mio und eine Div­i­dende von 0,44 Dol­lar nehme, weil zum Zeit­punkt der Entste­hung dieses Artikels dies die aktuellen Werte waren. Leser, die diesen Beitrag später lesen, wer­den auf fin­viz und dividend.com evtl. einen anderen Wert sehen. Doch dies ist für den eigentlichen Zweck unser­er Analyse eher zweitrangig.

90,88 Mio Stück * 0,44 Dol­lar = 39,9 Mio, welche als Div­i­dende pro Jahr aus­geschüt­tet wur­den. Ein gutes Ergeb­nis möchte man meinen. Ist es auch. Doch nicht für einen Großin­vestor. Um dies zu ver­ste­hen, soll­ten wir uns diese Anlegergruppe genauer anschauen.

Von wem ist die Rede, wenn wir von einem Großin­vestor reden? In der Regel han­delt es sich um große Pen­sion­skassen in den USA, welche darauf angewiesen sind, nicht nur Mil­lio­nen, son­dern eher Mil­liar­den an Ein­nah­men über die Börse erzie­len zu müssen, um den Pen­sion­szahlun­gen für die US-Bürg­er nachkom­men zu kön­nen. Denn wie wir wis­sen, ver­fü­gen die USA über kein staatlich­es Renten­sys­tem, so wie wir in Deutsch­land.
Eben­falls gehören zu den insti­tu­tionellen Inve­storen solche Ein­rich­tun­gen wie Invest­ment­fonds, welche eben­falls darauf aus sind, die Anleger mit jährlich­er Ren­dite zu beglück­en usw.
Mit anderen Worten, diese Organ­i­sa­tio­nen spie­len in ein­er völ­lig anderen Liga und jonglieren mit Zahlen, die sich manch ein­er kaum vorstellen kann. Damit sich die Div­i­den­denein­nah­men von Stu­dent Trans­porta­tion in den Büch­ern dieser Großan­leger auch nur ansatzweise bemerk­bar machen, müssten sie dieses Unternehmen kom­plett aufkaufen.
Wie Ihr seht, ist dieses Unternehmen für die Großen da draußen trotz der guten Ein­nah­men ein klein­er Fisch und befind­et sich deshalb unter dem Radar dieser Insti­tu­tio­nen.

Wer von den insti­tu­tionellen hält über­haupt Anteile an STB?

An dieser Stelle kön­ntet Ihr euch fra­gen, warum denn über­haupt insti­tu­tionelle Anleger Anteile an STB hal­ten und wer sind sie? Dies kann man beispiel­sweise auf der Web­site von NASDAQ ein­se­hen. Warum diese Insti­tu­tio­nen Posi­tio­nen an dem Unternehmen hal­ten, kön­nen wir nicht wis­sen. Das müssen wir auch nicht. Was uns inter­essiert, ist die Erken­nt­nis, dass der Anteil der “Instis” viel zu ger­ing ist. Nur zum Ver­gle­ich: Apple und Google haben einen Großin­ve­storenan­teil von über 60% bzw. 70%.

Welche Auswirkun­gen hat der geringe Anteil an Großin­ve­storen?

Ihr brauchet euch nur die Entwick­lung von 2015 bis 2016 anzuse­hen und wie Ihr erken­nen kön­nt, vol­l­zog die Aktie von STB im Jahr 2015 eine steile Abwärts­be­we­gung und das nur, um in 2016 eine genau­so steile Bewe­gung nach oben zu vollführen. Woran liegt das?
Auf­grund der Tat­sache, dass der Anteil an Großan­legern dieses Titels ger­ing ist, befind­et sich der restliche Anteil in den Hän­den viel­er Pri­vatan­leger und die meis­ten haben in der Regel nicht so viel Ahnung vom Investieren. Aus diesem Grund wer­den sie an der Börse gerne als “dumb mon­ey” (dummes Geld) beze­ich­net, während die insti­tu­tionellen Anleger als “smart mon­ey” (kluges Geld) beze­ich­net wer­den. Es mag zwar hart klin­gen, doch dies entspricht lei­der der Wahrheit: die meis­ten pri­vat­en Anleger han­deln höchst emo­tion­al und irra­tional. Diese steilen Bewe­gun­gen resul­tieren mit hoher Wahrschein­lichkeit daher, dass die Pri­vat­en diese Aktie ein Jahr lang panikar­tig verkauft haben, anstatt ein­fach abzuwarten und bei einem Kursrück­gang noch mehr zu kaufen.
Die Großan­leger ste­hen allerd­ings über­haupt nicht auf Kurskapri­olen und wäre deren Anteil am Unternehmen so hoch wie bei Google oder Apple gewe­sen, dann hät­ten wir bei dieser Aktie solche starken Schwankun­gen mit Sicher­heit nicht erlebt.
Lange Rede, kurz­er Sinn: der hohe Anteil an pri­vat­en Anlegern in Stu­dent Trans­porta­tion führt dazu, dass der Kurs von STB starken Schwankun­gen aus­ge­set­zt sein kann.

Welche Chan­cen habt Ihr als pri­vate Anleger und worauf soll­tet Ihr acht­en?

Wenn Ihr nun sehet, dass ein Titel über eine geringe Beteili­gung der Großin­ve­storen ver­fügt und, dass solche starken Kurss­chwankun­gen durch emo­tion­al han­del­nde Kleinan­leger verur­sacht wer­den, dann kön­nt Ihr ein­fach abwarten, bis solch ein Titel tief genug gefall­en ist, um einzusteigen.
Was Ihr lediglich beacht­en soll­tet ist, dass Aktien wie STB immer wieder stark schwanken kön­nen weil hier eben keine Unter­stützung von Großan­legern stat­tfind­et und, dass Ihr in diesem Fall einen kühlen Kopf bewahren soll­tet, um bei einem erneuten Kursrück­gang dazuzukaufen. Mit anderen Worten, Ihr kön­nt dur­chaus solche Aktien wie Stu­dent Trans­porta­tion kaufen. Ihr soll­ten lediglich wis­sen, auf welchem Eis Ihr euch in diesem Fall bewegt.

Ab welchem Wert kaufen die Großan­leger Aktien?

In der Regel ist es so, dass die Großin­ve­storen sich stärk­er an ein­er Aktie inter­essieren, wenn deren Kurs sich nach­haltig über 10,- Dol­lar / EUR hält. Aus­nah­men gibt es natür­lich auch.

Zweite Aktien­analyse – GLAD

Nach­dem Ihr den Beitrag bis hier­her gele­sen habt, schauen wir uns noch kurz Glad­stone Cap­i­tal Cor­po­ra­tion an und wir sehen, dass die Dat­en ähn­lich wie bei STB sind. Achtet vor allem auf den Anteil der insti­tu­tionellen Anleger. Zum Zeit­punkt, als dieser Artikel geschrieben wurde, betrug der Anteil der “Instis” ger­ade mal 13%. Das Unternehmen selb­st ist mit 61 Mitar­beit­ern auch ziem­lich klein und befind­et sich  somit unter der Wahrnehmungs­gren­ze der bre­it­en Masse an Insti­tu­tionellen. Mit anderen Worten, kann auch diese Aktie trotz der guten Erträge Kapri­olen schla­gen, auf­grund fehlen­der Unter­stützung der Großan­leger. Allerd­ing nähert sich der Kurs der 10,- Dol­lar-Gren­ze. Steigt der Kurs weit­er­hin, kön­nte sich der Anteil der Großen erhöhen.

Quelle: www.finviz.com

Zusam­men­fas­sung

  • Aktien, welche einen gerin­gen Großin­ve­storenan­teil besitzen, sind anfäl­liger für größere Kurss­chwankun­gen
  • Dies liegt daran, dass die pri­vat­en Anleger irra­tional han­deln und sich von Gefühlen leit­en lassen
  • Aus diesem Grund wer­den sie von den Profis gerne als “dumb mon­ey” beze­ich­net
  • Seid daher wie die Profis und seid “smart mon­ey”
  • Wenn Ihr mehr über das The­ma langfristiges Investieren wis­sen möchtet, dann kann ich euch für den Ein­stieg “Intel­li­gent Investieren” von Bena­jmin Gra­ham empfehlen.

Dis­claimer:
Zum Erstel­lungszeit­punkt dieses Artikels besitze ich keine Posi­tio­nen in den hier erwäh­n­ten Aktien und habe auch nicht vor, in den näch­sten 30 Tagen Aktienkäufe dieser Titel zu täti­gen. Der gesamte Inhalt dieses Beitrags spiegelt meine eigene Mei­n­ung wieder und besitzt rein infor­ma­tiv­en Charak­ter. Er soll Sie zu kein­er­lei Hand­lun­gen ani­mieren und ich übernehme keine Haf­tung über Ihre Entschei­dun­gen.

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