Was bedeutet Long, Short, Call, Put? Und was ist ein Strike?

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In diesem Artikel möchte ich kurz umreißen, was es mit den Begriffen Long, Short, Call und Put auf sich hat. Und zu guter Letzt erkläre ich euch noch, was mit einem Strike gemeint ist. Denn alle diese Begriffe sind mit der Börse eng verbunden und stellen einen festen Bestandteil des Börsen-Jargons dar. Aus diesem Grund werden alle, die sich für die Börse interessieren, früher oder später mit diesen Begriffen beschäftigen (müssen).Long und Short

Für Neue­in­steiger oft nichts sagend und ver­mut­lich eher ver­wirrend, gibt es für diese bei­den Begrif­fe jedoch eine ein­fache Erk­lärung.
Wenn man an der Börse von Long spricht, dann meint man, dass man etwas kauft. Der Gegen­be­griff Short ste­ht eben für den Verkauf. Wenn Sie also hören, dass jemand sagt er/sie sei “Long posi­tion­iert”, “geht Long” oder ein­fach nur “Long” ist, dann bedeutet es, dass diese Per­son auf steigen­de Kurse set­zt und kauft. Bei fal­l­en­den Kursen ver­hält es sich genau­so, mit dem Unter­schied, dass das Wort “Long” durch “Short” erset­zt wird. Das ist auch schon das ganze Geheimins.

Call und Put

Zwei weit­ere Begrif­fe, die in der Börsen­welt, vor allem an der Options­börse, alltäglich fal­l­en.  Oft wer­den diese Begrif­fe fälschlicher­weise mit Long und Short ver­wech­selt. Doch genau genom­men ste­hen diese bei­den Wörter stel­lvertre­tend für den Kauf und Verkauf von Optio­nen und nicht von Aktien oder Futures. Genauer genom­men, ste­hen die Begrif­fe Call und Put für die Rechte und die Pflicht­en, die sich aus einem Option­s­geschäft ergeben.

Die Ver­wech­slung mit Long und Short resul­tiert daher, dass der Bere­ich oder die Zone, die sich ober­halb des Kurs­es befind­et, als der Call-Bere­ich beze­ich­net wer­den kann. Dem­nach ist alles, was sich unter­halb des gegen­wär­ti­gen Kurs­es befind­et, der Put-Bere­ich.

Der Strike

In diesem Fall hat der Begriff Strike wed­er etwas mit Base­ball noch mit Bowl­ing zu tun.  Am besten lässt es sich mit einem Beispiel erk­lären. Stel­len Sie sich vor,  Sie möcht­en die Aktie von Apple kaufen, haben aber erst im näch­sten Monat das nötige Klein­geld dazu. Der Aktienkurs von Apple liegt derzeit…sagen wir bei 100,- EUR.  Für Sie sind diese 100,- Euro ein akzept­abler Preis und sog­ar noch mehr, Sie wären bere­it, bis zu 110,- Euro pro Aktie zu zahlen. Alles was über 110,- Euro läge, wäre Ihnen zu teuer. Was kön­nten Sie tun, um die Aktie von Apple für max­i­mal 110,- Euro pro Stück zu erwer­ben?
Sie kön­nten eine Option kaufen und zwar einen Call, mit ein­er Laufzeit von einem Monat, denn mehr als einen Monat Zeit benöti­gen Sie nicht. Der Call berechtigt Sie zum Kauf der Apple-Aktie zum Preis von 110 Euro. Um genau zu sein, kaufen Sie einen Long Call!

Nun ist der Monat ver­strichen und Sie haben das Geld zusam­men­bekom­men, um sich die Aktien von Apple  zu kaufen. Erfreulicher­weise ist der Kurs des Wert­pa­piers uner­wartet gestiegen und liegt nun bei 130,- Euro. Was machen Sie also? Sie “lösen” den Call bei Ablauf der Option ein und  erhal­ten Ihre Apple-Aktien zum Preis von 110,- Euro. Das Tolle daran ist, dass  Sie die frisch erwor­bene Aktie post­wen­dend an der Börse für 130,- Euro verkaufen kön­nten, denn der Kurs liegt zum Zeit­punkt, als Sie die Aktie erhal­ten haben,  nun mal 130,- Euro.
Was hat das ganze nun mit dem Strike zu tun? Ganz ein­fach, Ihre max­i­male Preisober­gren­ze, die Sie beim Kauf des Calls (oder der Call-Option) definiert haben, lag bei 110,- Euro. Und genau diese indi­vidu­elle Preis­gren­ze wird an der Börse als Strike beze­ich­net.

Begriffe kombinieren

Wie Sie bere­its gese­hen haben, kön­nen wir die Begrif­fe Long und Short mit den Begrif­f­en Call und Put kom­binieren.
Long Call bedeutet, Sie kaufen eine Option, um sich gegen einen Kur­sanstieg abzu­sich­ern und wäh­len dabei die Zone “Call”, die sich  ober­halb des gegen­wär­ti­gen Kurs­es  befind­et. In unserem Fall befind­et sich die Call-Zone ober­halb von 100,- EUR weil der aktuelle Kurs von Apple in unserem Beispiel 100,- EUR beträgt.
Sie kön­nen natür­lich auch einen Long Put kaufen. In diesem Fall bedeutet es allerd­ings, dass Sie sich nicht gegen einen Kur­sanstieg absich­ern, son­dern umgekehrt. Sie sich­ern sich gegen einen Preisver­fall ab.
Sehen wir uns erneut das Beispiel mit Apple an und sagen wir, Sie besitzen die Aktien von Apple bere­its, die Sie ursprünglich für 90,- EUR gekauft haben. Der Aktuelle Kurs liegt wieder bei 100,- EUR und Sie liegen mit 10,- EUR pro Aktie im Gewinn. Sie befürcht­en, dass der Kurs von Apple in den näch­sten 30 Tagen ein­brechen kön­nte. Wie kön­nen Sie sich nun absich­ern, um Ver­lus­te zu ver­mei­den?
Sie kaufen eine Option und zwar einen Long Put! Den Strike leg­en Sie bei, sagen wir, 91,- EUR fest. Was bedeutet das nun? Das bedeutet, dass Sie das Recht haben, wenn der Kurs inner­halb der näch­sten 30 Tage den Strike von 91,- EUR unter­schre­it­et, die Aktie zum Preis von 91,- EUR zu verkaufen, egal wie tief der Kurs fällt. Dabei haben Sie immer noch 1,- EUR pro Aktie ver­di­ent (abzügl. Gebühren).

Da der Begriff Long im Zusam­men­hang mit dem Kauf von Optio­nen ste­ht, wird nun klar, dass ein Short Call oder Short Put für den Verkauf von Optio­nen ver­wen­det wird. Der Verkauf von Short Calls bedeutet nun, dass Sie nicht das Recht haben, eine Aktie (oder einen Future) zu einem bes­timmten Preis zu kaufen, son­dern, dass sie sich VERPFLICHTEN, sie zu VERKAUFEN.
Genau­so ver­hält es sich mit einem Short Put. Hier MÜSSEN Sie eine Aktie KAUFEN, wenn Sie Ihren fest­gelegten Strike unter­schre­it­et. Merken Sie den Unter­schied zum Long? Bei einem Long Call oder Long Put haben Sie das Recht, etwas zu tun. Dieses Recht erwer­ben Sie sich dadurch, indem Sie Geld aus­geben. Bei einem Short Call oder Short Put haben Sie die Pflicht, etwas zu tun. Die Verpflich­tung gehen Sie deshalb ein, weil Sie beim Verkauf von Optio­nen Geld bekom­men.
Das Prinzip habe ich auch anhand ein­er Kfz-Ver­sicherung im Bere­ich “Was sind Optio­nen” erk­lärt.

An dieser Stelle möchte ich auf das Buch von Jens Rabe “Option­sstrate­gien für die Prax­is” ver­weisen. In diesem Buch sind die Begrif­fe Short, Long, Put und Call aus­führlicher erk­lärt. Mehr noch, dar­in find­en Sie weit­ere Infor­ma­tio­nen für Ein­steiger, falls Sie sich für den Option­shan­del inter­essieren und die ersten Schrit­te tun möcht­en.

Zusammenfassung

  • Long und Short beze­ich­nen die Rich­tungsangabe eines Kurs­es. Long ste­ht dabei für steigen­de Kurse, Short für fal­l­en­de Kurse. Dem­nach ste­ht Long auch für den Kauf und Short für den Verkauf
  • Call ste­ht für die Zone, welch­es sich ober­halb des Kurs­es befind­et
  • Put ste­ht für die Zone, welche sich unter­halb des Kurs­es befind­et
  • Long und Short sind nicht das Gle­iche wie Call und Put
  • Der Strike ist eine indi­vidu­elle Preis- oder Kurs­gren­ze, welche Sie beim Kauf oder Verkauf von Optio­nen fes­tle­gen
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